Wie weiter nach dem Streik?

Wie weiter nach dem Streik?

Die zweite Etappe des SchülerInnenstreiks wurde erfolgreich gemeistert. Bundesweit gingen in Berlin, Stuttgart, Lüneburg, Kassel, Frankfurt, Hamburg und vielen weiteren Städten am Mittwoch tausende SchülerInnen gemeinsam auf die Strasse, um für bessere Bildung zu demonstrieren.

Mensch kann zufrieden bilanzieren, dass es im Vergleich zu den Streikaktionen im Sommer dieses Jahres gelungen ist, den Widerstand auszuweiten und die Bewegung zu verbreitern. Zum einen haben sich neue Komitees in Städten gebildet, welche im Sommer noch nicht dabei waren, z.B. Stuttgart und Hamburg, zum anderen konnten die bereits aktiven Komitees ihre Verankerung ausbauen und weitaus mehr SchülerInnen für die Bewegung gewinnen, z.B. Lüneburg, Kassel, Frankfurt. Ein toller Erfolg!

Doch natürlich hat die Bewegung noch einige Mankos aufzuweisen. So wurde es nur vereinzelt geschafft, Verknüpfungen mit anderen von der Bildungspolitik betroffenen Schichten herzustellen. Insbesondere gelang es nicht, den Widerstand auf die StudentInnen und LehrerInnen auszuweiten, welche nur zum Teil den Streik unterstützten und wenig daran teilnahmen.

Bundesweit herrscht in den Bündnisstrukturen die Stimmung, dass es auf jeden Fall weitergehen muss, dass wir es nicht bei diesem Streik belassen können/dürfen/sollen. Deshalb wird im Dezember eine weitere bundesweite Konferenz stattfinden, welche über das weitere Vorgehen bestimmen soll.

REVOLUTION unterstützt diese Konferenz. Es ist wichtig, dass die Proteste weitergeführt werden! Aber uns allen ist klar, dass wir nicht einfach einen Streik nach dem anderen machen können, dann verlieren wir unsere Glaubwürdigkeit. Für den Erfolg der Bewegung und die weiteren Aktionen ist es entscheidend, dass der Widerstand ausgeweitet (StudentInnen, LehrerInnen) und radikalisiert (Besetzungen) wird.

Auf diesem Treffen soll es, je nach Bedürfnis der TeilnehmerInnen, zum einen darum gehen, wie das erreicht werden kann, zum anderen aber auch welche Probleme dem Bildungssystem im Kapitalismus zugrunde liegen.

Wann: Montag, 17.11., um 18 Uhr

Wo: Die Grete, Kulturverein Schanzenviertel, Margaretenstrasse 33
(Nähe U-Station Sternschanze, Schlump und Christuskirche), Hamburg

Achtung: wahrscheinlich müssen wir den Ort wechseln, weil in der Grete an diesem Abend kurzfristig ein Dart-Turnier stattfindet, wir treffen uns aber auf jeden Fall dort (bis Montag organisieren wir einen anderen Treffpunkt unmittelbar in der Nähe).




Aufruf zum Bildungsstreik 12.11.08

Wir haben die Schnauze voll!

Aufruf der Jugendorganisation REVOLUTION zum bundesweiten Schulstreik am 12. November

Ihr wisst, was an der Schule Scheiße ist. Es fehlt an grundlegenden Sachen wie Lehrpersonal, kostenlosen Lernmitteln, pädagogisch sinnvollen Klassengrößen und einwandfreien Schulgebäuden.
Dafür werden wir mit autoritären und überlasteten LehrerInnen, abgehobenen Behörden, teuren Nachhilfestunden, langen Schultagen, Stress und Selektion konfrontiert. Schule heißt: statt Verstehen zählt Gehorchen, Wissen wird zum Auswendiglernen und Vergessen – Lernen und Leben von SchülerInnen werden zur Hölle.
Wenn das Versagen so offensichtlich ist, beschwören „Experten“, Wirtschaftsbonzen und Politiker, wie wichtig ihnen „die“ Bildung ist und was zu tun sei. Nur, dadurch wird es meist noch schlimmer!

Ob „Bildungsreform“, „Ausbildungspakt“, „Bildungsgipfel“ oder „Bildungsinitiative“: Die Bildungsmisere wird zum Vorwand genommen, noch mehr LehrerInnen rauszuschmeißen, noch mehr Mittel zu kürzen, noch strengere Regeln einzuführen – also kurz: die Bildungsmisere in eine Bildungskatastrophe zu verwandeln!
Natürlich wird dabei viel Mühe in pompöse Inszenierungen und teure Imagekampagnen gesteckt, das lieber in uns, die SchülerInnen, investiert werden sollte.

Das ganze verdammte System …

Dieser verlogene Unfug hat aber eine Ursache. In der Gesellschaft, in der wir leben, dienen Schule und Ausbildung nicht den Bedürfnissen der Mehrheit der Bevölkerung und schon gar nicht der SchülerInnen. Sie dienen dazu, die gesellschaftlichen Verhältnisse und damit die Spaltung der Gesellschaft in Klassen – also das Fundament des Kapitalismus – wiederherzustellen.

Für die Reichen und Superreichen gibt es immer „Spezialschulen“, wirkliche Eliteschulen, wo auch keine „normalen“ SchülerInnen hinkommen.
Für die Mittelschichten, AkademikerInnen und „gehobene“ ArbeiterInnen gibt es eine ganze Reihe von Schulen, Bildungsstätten und Ausbildungsgänge: Unis, Gymnasien über Realschulen bis zur Fachberufsschule.

Schließlich gibt es noch die Haupt- und Sonderschulen. Dort müssen jene hin, die aufgrund der Massenarbeitslosigkeit gerade nicht verwertet werden können oder die für Billigjobs, Leiharbeit oder unqualifizierte Arbeit keine große Qualifikation ’brauchen’.
Immer geht es darum, dass nur die Fachkräfte rauskommen, die vom Kapital verbraucht werden können. SchülerInnen und StudentInnen sollen sich nicht über verschiedene Disziplinen hinweg orientieren, nach Interessen und Fähigkeiten weiterentwickeln und das gelernte Wissen praktisch anwenden und überprüfen. Es müssen schnell und billig halbwissende und loyale ’Experten’ herangezüchtet werden.

Daher ist dieses System immer selektiv und unterdrückerisch. Wer wenig Kohle hat, wer rassistisch diskriminiert wird, wird in der Schule nicht gefördert, sondern nach „Status“ eingeordnet. Die „Reformer“ sehen das Problem nicht in der sozialen Ungleichheit „unserer“ Gesellschaft; sie wollen nur die Auswirkungen dieses Systems abfedern. So kommt trotz aller „Reformen“ von Regierung, Unternehmerverbänden, Bildungsexperten, Reformpädagogen, Gewerkschaftsbürokraten u.a. am Ende immer dieselbe Scheiße raus. So wird die Hierarchie und Ausbeutungsordnung ’unserer’ Gesellschaft in der Schule reproduziert.

Die Kosten der Bildung

Das Kapital will aber nicht nur loyale und flexible Spezialisten, FacharbeiterInnen oder schlecht ausgebildete (und damit billigere) unqualifizierte ArbeiterInnen. Es will für deren Herstellung – also für die Finanzierung der Schulen und Berufsschulen – möglichst auch nichts zahlen. Das sollen die Lohnabhängigen – also meistens die ArbeiterInnen – selbst tun. Daher werden immer mehr Schulen und Universitäten (von der Reinigung, über Küche bis hin zu ganzen Schulen) verkauft und privatisiert, während es für die Masse immer teurer und schlechter wird. Ausreichende Bildung muss dann privat außerhalb der öffentlichen Schule „dazu gekauft“ werden. Die Unternehmer freut’s: Da kann man auch noch reichlich absahnen!

Das trifft umso mehr auf die aktuelle Situation zu, wo wir am Beginn einer tiefen Wirtschaftskrise stehen, wo ohnedies schon Millionen Arbeitslose („überflüssige Arbeitskräfte“) vorhanden sind und noch ein paar Millionen dazu kommen werden. Die Kosten für diese Krise soll wie immer die Arbeiterklasse bezahlen!

Es ist unbedingt notwendig, dass wir uns gegen diese Angriffe wehren und am 12. November gemeinsam auf die Straße gehen. Deshalb: Unterstützt REVOLUTION und unsere Ziele für den Bildungsstreik!

Kostenlose Bildung für Alle! Wiedereinführung der Lernmittelfreiheit! Klassenfahrtsoli für alle – und zwar umsonst!
Nein zur selektiven Bildung! Weg mit dem mehrgliedrigen Schulsystem! Alle SchülerInnen sollen gemeinsam lernen und individuell nach Interessen gefördert werden.
Abschaffung aller Studien– und Schulgebühren! Studien -und Ausbildungsplätze für alle!
Mindesteinkommen für alle SchülerInnen, StudentInnen und Azubis von 1000 Euro Netto!
Rücknahme aller Kürzungen und Arbeitszeitverlängerungen im Bildungsbereich, Neueinstellung von LehrerInnen – voller Personal -und Kostenausgleich in den Bildungsetats!

Für kleine Klassengrößen, bessere Ausstattung und sofortige Rücknahme des Turbo-Abiturs!
Für freie und selbstverwaltete SchülerInnenräume, volle Organisierungs- und Propagandafreiheit aller SchülerInnen an Schulen!
Für volles Aktions- und Streikrecht aller SchülerInnen, LehrerInnen und Beschäftigten!
Für den Aufbau einer SchülerInnengewerkschaft!
Bildung von Ausschüssen, bestehend aus SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern zur Erarbeitung und Kontrolle von Lehrinhalten und Lehrplänen!
Unternehmen raus aus der Schule! Kein privates Sponsoring von Kapitalisten! Gegen jede Form von (Teil)Privatisierung!
Abschaffung des Religionsunterrichts! Keine Ersatzunterweisung in bürgerlicher „Moral“ (Ethikunterricht)!

Elitäre Kaderschmieden statt breite Bildungsmöglichkeiten

Das Bildungssystem in Deutschland befindet sich im neoliberalen Umbau: Eine „Reform“ nach der anderen, vermehrte Abhängigkeit von der Wirtschaft, Turbo-Abitur (G8), schlechte Ausstattung für öffentliche Schulen, Schaffung von Elite-Universitäten, Bachelor-Master-Studiengänge, Studiengebühren.

All das passiert nicht, weil die „falschen“ Politiker an den falschen Stellen sitzen oder weil diese oder jene Partei gerade das Sagen hat. Diese Umstrukturierung orientiert sich an den Erfordernissen der Kapitalisten. Alle oben genannten Maßnahmen haben das Ziel, Bildung ’effizienter’ zu gestalten – aber nicht ’effizienter’ im Sinne der Bevölkerung.
Die Umgestaltung des Bildungssystems ist keine deutsche Angelegenheit – sie wird auch auf europäischer Ebene durch den „Bologna-Prozess“ durchgeführt.

Organisieren gegen Kapitalismus!

Wenn der Kapitalismus das Problem ist, heißt das auch, dass wir uns organisieren müssen, um den Kapitalismus zu bekämpfen und zu stürzen. Dafür wollen wir REVOLUTION aufbauen. Wir wollen es nicht dabei belassen, Symptome zu bekämpfen und Angriffe abzuwehren: wir wollen die Wurzel des Problems beseitigen. Ein interdisziplinäres, offenes, fächerübergreifendes, ungezwungenes oder gar emanzipatorisches Bildungssystem ist mit dem Kapitalismus nicht vereinbar!
Diesen Kampf können wir nur gewinnen, wenn sich SchülerInnen, StudentInnen und Azubis unabhängig organisieren und Aktionsgruppen aufbauen.

Da die Bildungsmisere kein gesondertes, sondern ein gesellschaftliches Problem ist, also gesellschaftliche Ursachen hat, können wir nur im gemeinsamen Kampf mit LehrerInnen, Reinigungskräften, streikenden MetallarbeiterInnen und BusfahrerInnen diesen Kampf gegen Bosse und Bürokraten gewinnen. Wir müssen gemeinsame Aktionen und Strukturen mit Gewerkschaften, Arbeitslosenverbänden, MigrantInnenorganisationen und politischen Gruppen aufbauen und so zu einer gesellschaftlichen Kraft werden.
Das heißt aber auch, dass wir unsere Aktionsformen radikalisieren müssen. Nicht nur Verweigerung und Streik jedes halbe Jahr, sondern Besetzungen und Selbstorganisation müssen gewagt werden.

Ein solcher Kampf für eine Bildung im Sinne der Mehrheit und ihrer Bedürfnisse heißt auch, die Macht- und Systemfrage zu stellen. Die Herrschenden werden niemals freiwillig die Kontrolle über „ihr“ Bildungssystem aufgeben – genauso wenig, wie sie ihre ökonomische und politische Macht freiwillig abgeben. Es stellt sich also die Frage der sozialistischen Revolution und eines Rätesystems, der Zerschlagung des Kapitalismus und seines Herrschaftsapparats.

Daher bauen wir eine globale revolutionäre Jugendorganisation auf und kämpfen für eine Jugendinternationale!
Daher kämpfen wir für eine revolutionäre Weltpartei und eine neue, die Fünfte Internationale. Der Widerstand heute ist der Sieg von morgen!

One Solution – Revolution!




Schülerstreik am 12.06.

Schülerstreik am 12.06.08

Bericht

Am 12. Juni streikten in Kassel 4000 SchülerInnen gegen Sozialabbau, Abiturzeitverkürzung auf 12 Jahre, Studiengebühren, den Mangel an Lehrkräften und Räumlichkeiten an Schulen und das dreigliedrige Schulsystem. Auch Studierende beteiligten sich an der Demonstration.
Angesichts der kurzen Mobilisierungszeit von nur drei Wochen und der heftigen Repressionen vonseiten der Schulleiter stellte der Streik einen großen Erfolg dar – erwartet wurden 2000-3000 Demonstranten.

Organisiert wurde der Protest, wie auch in anderen Städten, vom „Bündnis Bildungsblockaden einreißen“, das sich aus verschiedenen Organisationen zusammensetzt, darunter auch die sozialistische Jugendorganisation REVOLUTION. Politisch dominiert wird das Bündnis vom kasseler Stadtschülerrat und der jungen GEW.

Von verschiedenen Schulen aus holten sich die SchülerInnen gegenseitig ab, um rechtzeitig gemeinsam am kasseler Rathaus einzutreffen, wo um 10 Uhr die erste Kundgebung stattfand.

Auf dem Weg zur ebenfalls am Rathaus stattfindenden Abschlusskundgebung blockierte der Demonstrationszug den Verkehr in der Innenstadt und erreichte so eine enorme Massenwirksamkeit.

Die Kundgebungen waren eher mäßig. Die Redebeiträge vom Stadtschülerrat und der GEW zeigten die Position der vermeintlichen Streikleitung: personalisierte Kritik an Ministerpräsident Koch und Kultusminister Banzer. Die Ursache der Kürzungen im Bildungssystem – die beginnende Rezession – wurde nicht erwähnt, weitsichtigere und somit kritische Redebeiträge nicht zugelassen.

Allgemein stellte die Dominanz des karrieristischen Stadtschülerrats und der Gewerkschaften ein Hindernis für die Mobilisierung des Streiks dar. Der Versuch der aktiven SchülerInnen, basisdemokratische Strukturen aufzubauen, wurde ignoriert und auf diese Weise Potential verschenkt.

Doch angesichts seiner trotz allem beeindruckenden Größe stellt der Streik einen wichtigen Ansatzpunkt für den Aufbau einer starken Jugendbewegung dar.
Nun gilt es, die vorhandenen Strukturen zu demokratisieren und für den großen bundesweiten Bildungsstreik im Herbst zu nutzen – für eine revolutionäre Jugendbewegung.




Nach dem Streik ist vor dem Streik

Auf zum SCHULSTREIK!

22. Mai/ 11h / Potsdamer Platz/ Widerstand formieren! Bildungsabbau stoppen!

Jugend hat keine Zukunft in Berlin. Der „rot/rote“ Senat kürzt an allen Ecken und Enden:
– Fortsetzung der „Haushaltskonsolidierung“, „Eigenverantwortung“ und individuelle Förderung. Das bedeutet: überfüllte Klassen, zu wenig LehrerInnen, schlechte Bildung, Verschärfung der Konkurrenz untereinander. Dagegen werden Privatschulen und Elitebildung gefördert. Auch nach der Schule sieht’s düster aus:
– Lehrstellenmangel, schlechte Ausbildung, Billigjobs, Studiengebühren oder Arbeitslosigkeit!

Was können wir tun?

Widerstand ist die einzige Sprache, die die Herrschenden in Politik und Wirtschaft verstehen. Deshalb müssen wir uns organisieren und für unsere Interessen kämpfen! Wir müssen eine Schülerbewegung aufbauen, die sich auf Landesebene in Form eines aktions- und beschlussorientierten Bündnisses vernetzt und an den Schulen durch Schülerkomitees verankert ist.
Damit die Bewegung nicht bei jedem Streik wieder bei Null anfängt, müssen wir unabhängige Interessens- und Koordinierungsstrukturen aufbauen, die auch nach dem Streik bestehen bleiben und die Interessen der SchülerInnen gegen den Senat vertreten können. Dazu muss eine politische Organisation der Jugend aufgebaut werden!
Ob Schule, Uni oder Betrieb: Sie müssen uns gehören! Wir müssen sie uns erkämpfen!

Unterstütze den Aufbau einer revolutionären Jugendorganisation! Komm zu REVOLUTION!

Forderungen von REVOLUTION:

  • Volle Lehrmittelfreiheit! Keine Studien- oder sonstige Gebühren!
  • Kleinere Klassen! Mehr LehrerInnen! Keine Schließung und Zusammenlegung von Schulen
  • Nieder mit der sozialen Selektion! Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems!
  • Keine Privatisierung von Schule und Bildung! Für gute öffentliche Schulbildung!
  • Gegen Leistungsverdichtung! Für das 13-Jahre-Abitur!
  • Kontrolle der Schule durch SchülerInnen, Schulpersonal und Gewerkschaften!
  • Für selbstverwaltete SchülerInnenräume!

Termine:

– 22.5.
SCHULSTREIK!!!
11h, Potsdamer Platz
– 25.5.
Aktionskonferenz der SchülerInnenstreikbewegung
– Bilanz des Streiks
– Was sind unsere Forderungen und warum?
– Wie weiter
13h, Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalderstr. 4

– 26.5.
REVO-Veranstaltung
– Studentenunruhen Mai 68 in Frankreich
– Bilanz der Berliner SchülerInnenstreikbewegung

– 12.6.
bundesweiter SchülerInnenaktionstag

– 13.7.
REVO-Party
– Aufbau von Widerstand vor Ort an der Schule
– Ziele und Perpektiven der SChülerInnenbewegung
19h, Rote Insel, Mansteinstr. 10




Mathe,Bio – Streik!

Mathe, Bio – Streik!

REVOLUTION Mai 2008

Wenn jemand im Unterricht fehlt, dann
meist, weil er krank ist. Wenn alle
Schüler fehlen, ist das Bildungssystem
krank. Dass tatsächlich etwas mit dem
Bildungswesen nicht stimmt, ist schon
daran ablesbar, dass es in Berlin derzeit
Vorbereitungen für einen stadtweiten
Schulstreik gibt – es wäre der dritte in
drei Jahren!

Bildungsmisere

Dass die Debatte über die „zentrale
Bedeutung von Bildung,“ die derzeit von
allen Parteien rauf und runtergebetet
wird, oft nur Wahlkampfgeklingel ist und
nicht Anlass für reale Verbesserungen,
ist auch in Berliner Schulen sichtbar.
Auch unter dem Berlinere rot-roten
Senat aus SPD und der LINKEN ist die
Situation an vielen Schulen miserabel.
Zu große Klassen, zu wenig LehrerInnen,
zu viel Ausfall machen Schule für alle
Beteiligten zu einer Frustveranstaltung.
Die Kosten für die Eltern werden immer
höher, die Lehrmittelfreiheit früherer
Jahre ist weitgehend abgeschafft, viele
SchülerInnen aus ärmeren Haushalten –
also auch viele ImmigrantInnen – können
z.B. Klassenfahrten oft nicht mitmachen,
weil das Geld fehlt.

Die Politik verschlimmert die Situation
noch, indem anlässlich der PISA-Studien
der Leistungsdruck in der Schule ständig
erhöht wird. Zusammen mit den schlechten
Lernbedingungen führt das dazu, dass
immer mehr SchülerInnen Nachhilfe
benötigen. Die (kostenpflichtige)
Nachhilfe ist inzwischen zu einem
riesigen Sektor angewachsen, der von
großen privaten Bildungs-Unternehmen
beherrscht wird.

Dieser Zustand erscheint umso absurder,
als der seit Jahren zunehmende
Sozialabbau und die schlechter werdenden
Ausbildungs- und Berufsperspektiven
für Jugendliche die offizielle These „gute
Bildung erhöht die Chancen“ immer mehr
als Märchen entlarvt. Wenn – wie in der
Rütli-Schule – sich die soziale Frustration
der SchülerInnen (und nicht nur bei
ImmigrantInnen-Kindern) Bahn bricht,
dann fällt den „Bildungs-Experten“
oft nichts Besseres ein, als rassistische
Vorurteile zu schüren.

Entgegen den Hoffnungen der 68er-
Generation ist Schule kein Ort der
Selbstverwirklichung und für frohes
Lernen geworden. Im Gegenteil: In der
Zwickmühle von leeren kommunalen
Kassen und den immer dreister
vorgebrachten Interessen des Kapitals
wird der eigentliche Charakter von
Schule und Bildung im Kapitalismus
immer deutlicher: Ausbildung von
Lohnabhängigen einerseits und
Eliten andererseits, Vermittlung von
systemkonformen Lerninhalten und
Disziplinierung; zudem wird Bildung
immer mehr privatisiert (Privatschulen,
Eliteunis) und damit direkt zur Quelle
von Profit.

Die immer offensichtlichere Krise des
Kapitalismus ist letztlich auch die Ursache
dafür, dass die Situation im Bildungswesen
immer schlechter wird. Schlechter meint
hier nicht nur Bildungsabbau, sondern
v.a. die neoliberale Umstrukturierung
von Bildung, ihre noch direktere
Unterordnung unter die kurzfristigen
Verwertungsinteressen des Kapitals.
Angesichts der zunehmenden Probleme
im Bildungswesen erweisen sich
auch alle Formen von Demokratie
und Mitbestimmung von Lehrenden,
Lernenden und Eltern als Farce. Noch
nicht einmal die Wahl eines Schulleiters
ist möglich, von anderen, wesentlicheren
Fragen wie Lehrplan, Schulorganisation
usw. ganz abgesehen.

Deshalb muss es ein wesentliches Ziel des
Schulstreiks sein, dass die Kontrolle über
Schule und Bildung, die in den Händen
der Bildungs-Bürokratie, des Staates und
des hinter ihm stehenden Kapitals liegt,
attackiert wird.
Bundesweite Umfragen haben ergeben,
dass Leistungsdruck und Versagensängste
von SchülerInnen wie Eltern als
Hauptproblem von Schule angesehen
werden.

Gegen die unbefriedigenden Zustände
an Schulen gab es deshalb in den letzten
Jahren in Berlin zwei Schulstreiks
mit mehreren tausend SchülerInnen
– trotz Repression und Strafen gegen
sie! Welches Potential für Protest und
Widerstand darüber hinaus in der
angeblich so unpolitischen Jugend
„schlummert,“ wurde 2003 deutlich, als
ca. 50.000 (in Worten: fünfzigtausend)
SchülerInnen am Alexanderplatz gegen
Bushs Irak-Krieg demonstrierten.

Jetzt geht’s wieder los!

Seit mehreren Wochen laufen nun die
Vorbereitungen für einen erneuten
Berliner Schulstreik im Mai. Der Stand der
Vorbereitungen ist sehr unterschiedlich.
Während es an einigen Schulen bereits
Aktionskomitees gibt, tut sich an anderen
noch gar nichts, ein berlinweites Bündnis
ist aber inzwischen entstanden.
Die kommunistische Jugendorganisation
REVOLUTION ist aktiv dabei, den
Schulstreik zu organisieren. So gelang
es ihren Mitgliedern, an einigen Schulen
solche Komitees zu organisieren. Für
eine breite Mobilisierung sind diese
schulischen Komitees von entscheidender
Bedeutung. Schon die letzten Schulstreiks
haben gezeigt, dass nur eine feste Struktur
an der Schule Aktionen vorbereiten kann,
politische Fragen diskutieren und neue
MitstreiterInnen und Bündnispartner
(Schülersprecher, Elternvertreter, Lehrer
des Vertrauens, Gewerkschaften,
Studierende, linke Gruppen) gewinnen
kann.

Aus VertreterInnen dieser schulischen
Komitees und unterstützenden Organisationen
muss ein stadtweites Bündnishule
gebildet werden, welches die Ziele und
Forderungen formuliert, Plakate, Flyer
usw. herstellt, einen Mobilisierungsplan
erarbeitet und den Streiktag selbst
festlegt.

Hierbei zeigt sich aber auch schon ein
zentrales Problem. Es gibt bisher kaum
Strukturen an den Schulen, auf die sich
eine Mobilisierung stützen kann. Nach
jedem Streik in den letzten Jahren fiel
die Bewegung fast wieder auf Null
zurück. Woran liegt das? Zum einen
daran, dass linke Organisationen und die
Gewerkschaften meist nichts dafür tun,
solche Strukturen aufzubauen. Auch die
stärker im Jugendbereich verankerten
diversen Antifa-Gruppen kümmern
sich meist fast nur um „ihre Probleme“
Antifaschismus/Antirassismus. So wichtig
das ist, so ungenügend ist es aber auch.
Letztlich ist es unmöglich, eine starke
linke, antifaschistische Kraft aufzubauen,
wenn nicht permanent und ernsthaft
versucht wird, Probleme zu beackern, die
alle Jugendlichen direkt betreffen – also
Schule, Bildung, Ausbildung – und nicht
nur „linke“ Jugendliche.

Wenn es in den nächsten Jahren gelingen
soll, eine Bewegung aufzubauen, die nicht
nur ab und zu protestiert, sondern die in
der Lage ist, wirklich Veränderungen im
Bildungsbereich zu erzwingen, so spielen
dabei zwei Faktoren eine entscheidende
Rolle.

Erstens muss eine starke revolutionäre
Jugendorganisation aufgebaut werden, in
der die bewusstesten und engagiertesten
Jugendlichen organisiert sind. Nur so kann
erreicht werden, dass in alle Sektoren
von Protest und Widerstand eingegriffen
werden kann und handlungsfähige Kerne
existieren, die eine breitere Bewegung
initiieren und aufbauen können. Nur eine
politische Jugendorganisation ist bereit
und in der Lage, über das Auf und Ab des
Klassenkampfes hinaus kontinuierlich
politisch zu handeln, die Lehren aus
vergangenen Kämpfen zu ziehen und
kommende vorzubereiten. Das Fehlen
einer solchen starken Jugendorganisation
ist ein wesentlicher Grund dafür, dass auch
ein Schulstreik immer wieder fast bei Null
beginnt.

Die zweite entscheidende Frage ist die
der Zusammenarbeit von SchülerInnen,
Jugendlichen und ihrer Bewegung mit der
Arbeiterbewegung. Es ist klar, dass selbst
eine größere und stärkere Bewegung an
den Schulen (grundsätzlich betrifft das
auch die Unis) nur wirklich erfolgreich
sein kann, wenn sie sich mit den Kämpfen
der Arbeiterklasse verbindet, denn nur die
Arbeiterklasse hat das soziale Gewicht
und kann genügend ökonomischen Druck
erzeugen, um Regierung und Kapital zu
Zugeständnissen zu zwingen und deren
Angriffe zu stoppen. Dafür gibt es im
Moment gute Möglichkeiten. Die Streiks
von ver.di, im Einzelhandel oder bei der
Berliner BVG sollten auch von Jugendlichen
unterstützt werden! Zugleich müssen die
Gewerkschaften – v.a. ver.di und die GEW
-, aber auch die LINKE aufgefordert
werden, den Kampf der SchülerInnen zu
unterstützen!

So notwendig der Kampf gegen diese
Bildungspolitik auch ist – letztlich
sind alle dabei erreichten Erfolge nur
Teilergebnisse, nur Momentaufnahmen
im Klassenkampf. Eine grundsätzliche
Verbesserung von „Bildung“ ist innerhalb
des Kapitalismus nicht möglich – allein
schon deshalb, weil Bildung immer in
die allgemeinen ökonomischen und
Gesellschaftsstrukturen eingebettet
ist. Bildung, die von den Bedingungen
und Zwecken des Kapitalismus und der
Herrschaft der Bourgeoisie unabhängig
oder ihnen gar entgegengesetzt ist, ist in
dieser Gesellschaft unmöglich. Wer eine
grundsätzlich andere Bildung will, muss
auch ein grundsätzlich andere Gesellschaft
wollen.

Das Berliner Schulstreikbündnis www.
schulaction.de hat am 22.Mai in Berlin
zum Schulstreik aufgerufen. Ab 10
Uhr am Potsdamer Platz wird sich die
SchülerInnendemo ihren Weg durch Berlin
bahnen mit Abschlußkundgebung und
Konzert. In vielen deutschen Städten gibt
es Schulbündnisse von unzufriedenen
und aktiven SchülerInnen. Wir von
REVOLUTION wollen dabei helfen die
bundesweiten Bündnisse zu koordinieren
um überall in Deutschland Schulstreiks
gegen die kapitalistische, neoliberale
Bildungspolitik auf die Straße zu bringen.




Rede 1.Mai 2008

Rede von REVOLUTION

Rede auf dem SchülerInnenblock der revolutionären 1.Mai Demo

Hallo,
ich bin Georg, Schulstreikaktivist und Mitglied in der Jugendgruppe REVOLUTION.

Momentan laufen die Vorbereitungen für den Berliner Schulstreik am 22. Mai. Es gibt ein berlinweites Streik-Bündnis und an mehreren Schulen Aktionskomitees.

Wir wissen alle, dass es genug Gründe für diesen Schulstreik gibt: zu große Klassen, zu wenig Lehrer, immer mehr Leistungsstress und Konkurrenz untereinander. Dazu kommt, dass Bildung durch Studiengebühren, private Nachhilfe und die Aushöhlung der Lehrmittelfreiheit immer teurer wird – und das in Zeiten immer stärkeren Sozialabbaus und immer massiverer Angriffe von Staat und Kapital.

Berlin ist da keine Ausnahme. Auch der Senat aus SPD und LINKSPARTEI wälzt die Kosten der Krise auf die Massen ab, auch er privatisiert, setzt Hartz IV um und kündigt Tarifverträge im Öffentlichen Dienst.

Gerade die LINKSPARTEI, die sich immer „sozial“ gibt und sich als „Alternative“ darstellt, beweist mit ihrer Politik, dass ihr das Mitregieren, dass ihr das Managen des Kapitalismus über alles geht. Sie ist nicht Teil der Lösung – sie ist Teil des Problems.

Die Misere im Bildungsbereich ist nur ein Teil der allgemeinen Krise des Kapitalismus. Die kapitalistische Globalisisierung bringt der Welt nicht Wohlstand und Freiheit, sondern Krisen, Überausbeutung, Umweltzerstörung und Krieg. Die Hungerrevolten der letzten Wochen beweisen das erneut.

Die Finanzmarktkrise ist kein einmaliger Ausrutscher – sie offenbart nur, welche riesigen Konfliktpotentiale die kapitalistische Weltwirtschaft aufgehäuft hat. Alle Hoffnungen, der Kapitalismus könnte per Reformpolitik sozialer, friedlicher oder ökologischer gemodelt werden, zerbrechen an der Realität.

Doch in Zeiten der Krise wächst auch der Widerstand. Im Irak und in Afghanistan bringt bewaffneter Widerstand die imperialistischen Besatzer an den Rand der Niederlage. In vielen Ländern haben Massenproteste und Streiks Attacken von Staat und Kapital abgewehrt.

Vor 40 Jahren, im Mai 68, kämpften in Frankreich StudentInnen, SchülerInnen und ArbeiterInnen gemeinsam und brachten das Regime an den Rand des Zusammenbruchs.

Auch 2007 kämpften französiche SchülerInnen, Studierende, ImmigrantInnen, ArbeiterInnen, GewerkschafterInnen gemeinsam.

In diesem Sinne rufen wir Euch auf: Unterstützen wir hier und heute die KollegInnen der Post und anderer Bereiche, die streiken und mehr Mut beweisen, als kürzlich Bsirske und die ver.di-Führung, die erneut eine gute Gelegenheit für Widerstand für einen schlechten Kompromiss wegverhandelt haben.

Wir rufen Euch auf: Lasst uns am 22. Mai die Berliner Schulen bestreiken!
SchülerInnen, StudentInnen und ArbeiterInnen – gemeinsam gegen den Kapitalismus!
One solution – Revolution! …




Auf zum Schulstreik!

Auf zum Schulstreik!

24. April, 11Uhr: Demo vor dem Roten Rathaus am Alex

Stoppen wir gemeinsam den Bildungsabbau!

Jugend hat keine Zukunft in Berlin. Der „rot/rote“ Senat kürzt an allen Ecken und Enden:
– Fortsetzung der „Haushaltskonsolidierung“, „Eigenverantwortung“ und individuelle Förderung. Das heißt für uns: überfüllt Klassen, weniger LehrerInnen, schlechte Bildung, Verschärfung der Konkurrenz untereinander und Förderung von Schüler aus reichen Familien. Dagegen werden Privatschulen und Elitebildung gefördert.
Auch nach der Schule sieht’s düster aus:

– Lehrstellenmangel
– schlechte Ausbildung
– Billigjobs
– Studiengebühren
– Arbeitslosigkeit

Was können wir tun?

Widerstand ist die einzige Sprache, die die Herrschenden aus Politik und Wirtschaft verstehen. Wir müssen uns organisieren und für unsere Interessen kämpfen. Dazu müssen wir vor Ort Aktionsstrukturen bilden und eine militant-revolutionäre Jugendorganisation aufbauen! Egal ob Schule, Uni oder Betrieb: Sie müssen uns gehören! Wir müssen sie uns erkämpfen! Deshalb:

– Volle Lehrmittelfreiheit! Freier und kostenloser Zugang zur Bildung!
Wer nicht ausbildet, soll zahlen! Keine Studien- oder sonstige Gebühren!
– Reduktion der Klassengröße! Neueinstellung von Lehrpersonal und Rücknahme der
Arbeitszeitverlängerung!
– Keine Einführung von Kopfnoten! Gemeinschaftliches Lernen statt Konkurrenz!
– Rücknahme der Fehlzeitenregelung! Keine Strafen!
– Keine Privatisierung! Keine Eliteschulen! Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems!
– Kontrolle der Bildung und Ausbildung durch SchülerInnen, StudentInnen und Azubis unter
Einbeziehung der Beschäftigten und der Gewerkschaften!
– Finanzierung durch Besteuerung der Unternehmen!

Termine

23. April: Warum wird unsere Bildung abgebaut? Was müssen wir dagegen tun?

-Info- und Mobilisierungstreffen von REVOLUTION zum Schulstreik

24. April: SCHULSTREIK!

11h, Rotes Rathaus

30. April: REVOLUTION-Treffen

18h, Kohlfurterstr. 40, nähe Kottbusser Tor

1. Mai: 1. Mai-Demo

Lausitzer Platz, 17h Kundgebung, 18h Demo

weitere Infos unter www.onesolutionrevolution.de oder www.schulaction.de




Widerstand formieren – SchülerInnenstreikkomitees aufbauen!

Widerstand gegen Bildungsabbau organisieren! SchülerInnenkomitee aufbauen!

In Zeiten des Imperialismus und der neoliberalen Globalisierung befindet sich der Bildungssektor unter ständigen Angriffen der Bildungsbürokratie und der Unternehmerschicht.
Abschaffung der Lernmittelfreiheit, Privatisierung der Kosten der Bildung wie Bücher, Nachhilfe usw., Arbeitszeitverlängerung für LehrerInnen und Einstellungsstop, Schulzusammenlegungen und -schließungen, Ausdehnung von Überwachungs- und Strafmaßnahmen, Leistungsverdichtung und soziale Auslese und Intensivierung der individuellen Konkurrenz untereinander sind die praktischen Instrumente dieser Politik, um nur einige Angriffe zu nennen.
Die Folgen sind katastrophal. Überfüllte Klassen, überarbeitete Lehrer, marode Schulen sind zwar nicht direkt gewollt, aber werden bei dieser Reform des Bildungswesens als notwendige Begleiterscheinung gerechtfertigt oder geleugnet.

Die Reorganisation des Bildungswesens ist eine wichtige Aufgabe der bürgerlichen Regierungen in der ganzen Welt. Dabei geht es nicht nur im Allgemeinen darum, dass das Bildungssystem ganz auf die Interessen der kapitalistischen Wirtschaft zugeschneidert werden soll. Das heißt, dass ein neues Verwertungsfeld für die Kapitalisten erschlossen werden soll, um auf Kosten der Mehrheit ihre Profite kurzfristig zu stabilisieren.
Das heißt aber auch im Konkreten mehr Druck, mehr Stress und mehr Konkurrenz. Das heißt auch gute Bildung nur immer weniger, privilegierten Kindern zukommen zu lassen, während den Kinder der Masse dies verschlossen bleibt, unabhängig davon welches Talent oder welche Leitungen vorliegen- das hat die PISA-Studie bewiesen. Die Massenarmee aus billigen Arbeitskräften von Morgen braucht keine gute Bildung.

Widerstand!

Dagegen müssen wir uns organisieren und Widerstand aufbauen. Die SchülerInnen an Schulen, die Azubis in ihren Ausbildungsstätten und die Studis an den Unis müssen Aktionsgruppen aufbauen, die für ihre Rechte kämpfen und Angriffe abwehren.

Unabhängigkeit!

Die etablierten Interessenvertretungen – bsp. Die Schülervertretung (SV) (auszu)nutzen ist richtig. Diese SVen allerdings sind fest im bürgerlichen Staat verankert und haben sehr geringe Rechte. Sie sind keine kämpferischen Interessenvertretungen der Schülerschaft, sondern -ähnlich des Betriebsrates in Betrieben- nur eine Struktur mit beschränktes Mitbestimmungsrechten bei der technischen Durchführung der Angriffe auf die SchülerInnen. Statements zur politischen Tagespolitik, Aktionen außerhalb der von der Bildungsbürokratie definierten Grenzen sind ihr untersagt. Auch wenn wir von REVOLUTION SVen vor Angriffen des Staates und ihrer Schreibtischtäter verteidigen und junge KämpferInnen ermutigen als SV-Kandidat anzutreten und dabei helfen den beschränken Rahmen für die Rechte der SchülerInnen, Werbung für Aktionen und der politischen Aufklärung voll und darüber hinaus auszunutzen, müssen wir gleichzeitig darauf drängen eigenständige SchülerInnenstrukturen in Form von Komitees, Vereinigungen, Aktionsgruppen oder Plena aufzubauen, die volle Propaganda- und Aktionsfreiheit besitzt und sich gleichzeitig vor Ort an der Basis verankert und diese in ihre Aktion einbezieht.

Kampagnenfähigkeit!

Diese Strukturen sollen nicht nur dazu dienen, jungen Menschen ein Forum zur freien und unzensierten Diskussion bereitzustellen. Diese Organe müssen Strukturen der Tat sein!
Auf den Treffen dieser Gremien muss besprochen werden, mit welchen Mitteln man welche Ziele erreichen will und diese müssen umgesetzt werden. Infoflyer, Diskussionsveranstaltungen, Kunstaktionen, Demonstrationen oder Besetzungen sind Beispiele. Nur in der Aktion werden die Menschen sich politisch entwickeln und lernen sich selbständig zu organisieren.

Einheit und Freiheit!

Aktionsgruppen müssen Bündnisstrukturen sein. Jedes Individuum oder jede politische Gruppe – außer es handelt sich um Rassisten- darf mitarbeiten und muss auch aufgefordert werden mitzuarbeiten und gemeinsame Aktionen durchzuführen. In diesem praktischen Zusammenschluss muss aber auch die Freiheit der Kritik und die politische Betätigung der anderen Bündnispartner toleriert werden. Aktionseinheit und Propagadafreiheit müssen wesentliche Merkmale diese SchülerInnenaktionsstrukturen sein.

Vernetzung!

Eine Bewegung kann nur stärker und erfolgreicher werden, wenn sie sich ausbreitet und immer mehr Menschen im Kampf gegen den kapitalistischen Bildungsklau mobilisiert und organisiert. Jedes Komitee muss SchülerInnen, Freunde und Genossen auffordern an ihren Schulen auch solche Aktionsstrukturen zu gründen.
Es müssen regionale und bundesweite Vernetzungstreffen und Koordinierungen auf demokratischer Delegiertenbasis geschaffen werden.
Ein Erfolg auf Grundlage loser Absprachen, persönlicher Kontakte oder selbsternannter FührerInnen ist nicht nur früher oder später zum Scheitern verurteilt, sondern öffnet der Manipulation Tür und Tor.
Deshalb helfen Koordinierungs- und Leitungsgremien auf wähl- und abwählbarer Basis diesen Kampf zu verbreitern und zu vertiefen, machen alle Entscheidungen transparenter und machen die Kontrolle der Basis einfacher.
Diese Vernetzung und Verankerung in politischen Jugendgruppen und lokalen SchülerInnenkomitees ist Voraussetzung zur Schaffung einer kämpferischen Jugendvertretung, d.h. lokalen SchülerInnenräten und einer bundesweiten SchülerInnengewerkschaft.

Perpektive!

Der Kampf der SchülerInnen für eine jugendgerechte Bildung, die sich an den Bedürfnissen der Gesellschaft und nicht nach den Profiten der Bonzen richtet, heißt einen breiten gesellschaftlichen Kampf um Macht zu führen.
Wir müssen für die Interessen der LehrerInnen einstehen. Wir müssen sie auffordern unseren Kampf zu unterstützen. Wir müssen auf die GEW-Führung Druck ausüben und kämpferische LehrerInnen an der Basis organisieren.
Wir müssen den Kampf im öffentlichen Dienst – also Streikaktionen und Demos – mit SchülerInnenkontingenten unterstützen.
Wir müssen Vernetzungs- und Aktionsstrukturen mit den Gewerkschaften und anderen gesellschaftlichen Gruppen (bsp. Arbeitsloseninitiativen, MigrantInnenorganisationen, Sozialforen, Antifa-Gruppen usw.) aufbauen und einen gemeinsamen Kampf führen.
Die SchülerInnenbewegung kann nur im gemeinsamen Kampf mit anderen Unterdrückten erfolgreich sein. Dieser gemeinsame Kampf beantwortet nicht nur die Frage auf die Angriffe der Herrschenden von heute, sondern ist auch die Antwort auf die Machtfrage von morgen.

Stand der Bewegung

In den letzten Jahren fanden immer wieder größere SchülerInnen- und StudentInnenproteste statt.
Doch es ist nicht gelungen, die Angriffe zu stoppen und eine starke bundesweite Widerstandsfront zu formieren.
Die lokalen Komitees und Bündnisse sind in den letzten Jahren immer wieder zerfallen und es musste praktisch wieder bei Null angefangen werden.
Gründe dafür liegen darin, dass die vorhandenen Plena und Bündnisse einen zu geringe Aktions- und Beschlussorientierung hatten und eher den Charakter von losen Diskussionsforen annahmen.
Die sehr schwache Vernetzung, das Fehlen einer bundesweiten Koordinierung und eines Aktionsprogramms machte desweiteren die Vereinheitlichung, Vertiefung und Basiskontrolle schwieriger.

Auch liegen Faktoren, darin dass Diskussionsveranstaltungen, Proteste und Demonstrationen ein guter Anfang sind, aber alleine nichts ausrichten. In Zukunft stehen Besetzungen und alternativer, selbstorganisierter Unterricht auf der Tagesordnung.
Wir müssen uns nicht nur verweigern, sondern müssen die Schule erobern und lernen sie umzugestalten!




Studiengebühren, PISA, Bildung nur für Reiche

Studiengebühren, PISA –Studie, Bildung nur für Reiche …

Wehren wir uns gemeinsam!!!

Im Jahr 2007 haben fast alle StudentInnen Deutschlands schon Studiengebühren gezahlt – ab diesem Wintersemester auch in Kassel.

Insgesamt werden mehr als 700€ vom „normalen“ Student gezahlt, KomilitonInnen aus anderen Staaten müssen 1500€ zahlen, nur die besten AbiturientInnen sind für drei Semester befreit.

Seit 2003 hatten sich die StudentInnen in vielen Bundesländern gegen die Einführung von Studiengebühren gewehrt, doch heute ist es in fast allen „alten“ Bundesländern Realität geworden.

Gleichzeitig bleiben die Bafög Sätze seit 2003 konstant, konstant niedrig – teilweise unter dem Niveau von Hartz4.

Zuletzt versuchten verschiedene „Boykott“ Aktionen den Widerstand der StudentInnen wieder zu entfachen, hier war klar das sobald ein „Quorum“ unterschritten wird, die Gebühren trotzdem bezahlt werden – jede Uni versuchte für sich eine Kampagne zu organisieren, damit wurde nichts erreicht!

Die StudentInnen die sich in den letzten Jahren mit viel Kraft und Engagement gegen diese neoliberale Politik gewehrt haben, dürfen nicht länger isoliert, „nur“ als Studenten ihren Widerstand organisieren – sie müssen gemeinsam mit allen Gruppen der Jugend, für die Rechte der Jugend kämpfen!

Dazu gehören die Azubis, die Schüler und die arbeitslosen Jugendlichen, sie kämpfen für die gleichen Rechte und vor allem gegen die gleichen Akteure wie die StudentInnen – gegen Staat und Wirtschaft.

Die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland liegt bei 15,9 Prozent, ca. 300.000 Jugendliche sind ohne Arbeit und Ausbildung. Auch dieses Jahr fehlen wieder 30.000 Ausbildungsplätze. Seit Jahren hören wir die hohle Phrase von der „Ausbildungsplatzabgabe“, durch welche Betriebe gezwungen werden sollen, genug Ausbildungsplätze zu garantieren.

Doch diese an sich richtige Forderung wird nicht umgesetzt. Die Politik weigert sich, die Unternehmen zu etwas zu zwingen. Statt Ausbildungsplätzen gibt es immer mehr Hetze gegen Schulabgänger: ihr Bildungsniveau sei ungenügend, sie hätten null Bock und wären am liebsten arbeitslos.

Gleichzeitig werden die Vergütungen für Lehrlinge gekürzt. Nur, nur wenn sie weniger verdienen würden und weiter bei ihren Eltern wohnen blieben, könnten die Unternehmen neue Ausbildungsplätze schaffen.

All das ist neoliberale Propaganda, die nur davon ablenken soll, dass der Kapitalismus immer weniger in der Lage ist, Jugendlichen eine Perspektive zu bieten. Überall in der Wirtschaft werden Arbeitsplätze abgebaut, werden Löhne gekürzt und die Rechte der Beschäftigten beschnitten.

Der Angriff auf die Jugend dient der Wirtschaft dazu, ihre Lohnkosten zu senken und die Profite zu erhöhen. Deshalb müssen und können sich Jugendliche gemeinsam mit ArbeiterInnen, Arbeitslosen und allen anderen von den Angriffen Betroffenen wehren!

Lieber arbeitslos als Ausbildung?

Kein Mensch kann ohne Probleme, geschweige denn gut von Hartz IV leben, das gilt besonders für jugendliche Arbeitslose. Seit vergangenem Herbst müssen Menschen unter 25 nachweisen, dass ihnen eine eigene Wohnung „zusteht“ – ansonsten werden die Wohn-Beihilfen gestrichen. Für die weiter zu Hause Lebenden wurden die Bezüge erneut gekürzt. Ein selbst bestimmtes Leben für Jugendliche – nur wenn das Amt es Dir erlaubt!

Gleichzeitig werden der Druck und die Repression gegen junge Menschen ausgeweitet. Für Ein-Euro-Jobs und unbezahlte Praktika werden bevorzugt Jugendliche heran gezogen. Einen solchen Hungerjob abzulehnen oder einen Termin zu verpassen, bedeutet Strafen vom Arbeitsamt. Von realer Weiterbildung für Jugendliche, wie in den Anfangstagen der Reform noch lauthals versprochen, ist wenig übrig geblieben.

Gute Bildung – aber nur, wenn du reiche Eltern hast!

Laut letzter Pisa-Studie ist in Deutschland die soziale und ethnische Herkunft entscheidend für die Bildungsmöglichkeiten; wer keine reichen Eltern hat, darf sich weniger Hoffnungen auf Ausbildung und Beruf machen. In keinem anderen europäischen Land ist diese Verknüpfung so eng wie hier.

Als Antwort auf die soziale Spaltung und miserable Lernverhältnisse forciert der Staat die Elitebildung: Privat-Unis und Privatschulen für die Kinder der Reichen. Gleichzeitig werden rationalisierte Studiengänge wie Bachelor und Master eingeführt, die Bildung wird auf das für Staat und Wirtschaft Notwendige reduziert, Bildungsziel ist der im System funktionierende Fachidiot.

In profitable Studiengänge investiert die freie Wirtschaft und übernimmt ganze Einrichtungen, auch „Drittmittel“ genannt – während „unprofitable“ Bereiche abgebaut werden.

Mit „freier“ universitärer Bildung hat das nichts mehr zu tun – die Illusionen der Sozialdemokraten und Grünen von „freier“ Bildung und Volksbegehren zerplatzen in der Realität.

Wir brauchen eine Organisierung der StudentInnen, wir brauchen bundesweite Aktionen – gemeinsam mit SchülerInnen und Auszubildenden. Wir können die Studiengebühren nicht in jedem Bundesland einzeln bekämpfen, denn ihre Einführung & Durchsetzung ist ein zentrales Vorhaben von Staat und Wirtschaft, daher brauchen wir auch einen zentralisierten Protest.

Join REVOLUTION!

Als Antwort auf die neoliberalen Angriffe wollen wir von REVOLUTION eine selbstständige antikapitalistische Jugendbewegung aufbauen. Wir verstehen uns als internationale sozialistische Organisation, welche die Kämpfe der Jugend auf der Welt zusammen führen will.

REVOLUTION will mit Euch Aktionskomitees aufbauen: an der Schule, im Betrieb, an der Uni. Wir wollen mit Euch für den Aufbau einer Jugendinternationale eintreten: denn nur so kann unser Protest gegen die globalen Angriffe von Kapital und Staat erfolgreich sein. Mit Treffen und Veranstaltungen wollen wir die nächsten Monate die Hochschulpolitik und den hessischen Landtagswahlkampf begleiten – schaut einfach mal vorbei!