Berliner Streikkomitee Bündnis (BSKB) – eine Perspektive für die Jugend, eine Chance für die Linke!

Das ist das momentane Logo des BSKB.

Die Bildungsstreikbewegung ist vorerst vorbei – Warum wir trotzdem Streikkomitees brauchen und welche Perspektiven das „Berliner Streikkomitee Bündnis“ für Jugendliche (Schüler, Azubis, Studenten) und linke Organisationen eröffnet, erläutert Georg Ismael. REVOLUTION ruft außerdem im Sinne des BSKB mit zur „Vollversammlung“ am 21. April auf!

BSKB – was ist das?

Viele mögen glauben mit der Bildungsstreikbewegung, die mit ihrer letzten bundesweiten Aktion im Herbst 2011vorläufig zum Stillstand kam, hätten auch die Möglichkeiten für politische Arbeit an den Schulen geendet. Doch seit einigen Monaten gibt es in Berlin ein Bündnis aus Schulkomitees und politischen Aktivist_innen. Ein Schwerpunkt des BSKB, das sich im Zuge der Mobilisierungen für den letzten Bildungsstreik gründete, ist es, lokale und berlinweite Strukturen zu schaffen, in denen Jugendliche diskutieren und politische Aktionen planen können.

Aktivisten des BSKB in Dresden.

Der anfängliche Fokus, der sich vor allem auf „bildungspolitische“ Fragen beschränkte, hat sich mittlerweile aber erweitert. So beteiligte sich das BSKB an Demonstrationen der Anti-Krisenbewegung und auch in Dresden waren am 18.02. Aktivist_innen vor Ort. Das ist eine Entwicklung, die wir von REVOLUTION begrüßen, denn die meisten Probleme von uns Schülern sind nicht auf die Bildungspolitik beschränkt. Ob Faschisten, die in der Nähe unserer Schule ihr Unwesen treiben, fehlende Freizeitbeschäftigungsmöglichkeiten in unserem Kiez oder die sozial schwierige Lage unserer Eltern, diese Dinge gehen auch uns Jugendliche etwas an. Warum sollten wir also nicht gemeinsam von dem Ort aus – nämlich unserer Schule – Widerstand organisieren und Alternativen anbieten, an dem wir uns täglich Begegnen?

Probleme sind lösbar, aber man muss sie sich bewusst machen!

Seit einigen Wochen stagniert das Bündnis allerdings. Obwohl immer wieder individuelle Schüler zum Bündnis hinzukommen, die an ihren Schulen Streikkomitees aufbauen wollen oder einfach nur eine Struktur suchen, in der sie aktiv werden können, sind die wöchentlichen Treffen kleiner geworden.

Während die Aktivität einiger Streikkomitees nachgelassen hat, ist in anderen Fällen der Kontakt zwischen Streikkomitees und BSKB in letzter Zeit sehr schwach gewesen. Das diese beiden Punkte sich gegenseitig bedingen, ist augenscheinlich. Doch das sind nur die vordergründigen Symptome, die wahren Gründe sind an anderer Stelle zu suchen.

Das erste Problem ist, dass das BSKB momentan keinen aktuellen Mobilisierungsschwerpunkt hat. Zwar gibt es mittlerweile eine eigene Zeitung und mehrere Arbeitsgruppen, doch ein Bündnis braucht gemeinsame Mobilisierungsziele. Diese sind mit dem Abflauen der bundesweiten Bewegung vorerst im Bildungsstreik verloren gegangen. Was dringend benötigt wird, ist eine gemeinsame Kampagne aller Streikkomitees und politischen Organisationen, die das BSKB vorantreibt. Geschieht das nicht, besteht die Gefahr, dass das Bündnis immer weiter zersplittert.

Das zweite Problem besteht darin, dass das BSKB momentan weniger ein breit gefächertes Aktionsbündnis ist, in dem nicht nur einzelne Basisaktivisten, sondern auch verschiedene politische Organisationen offen Vertreten sind. Diese Tatsache begrenzt die Schlagkraft in der Aktion und die Wahrnehmbarkeit der unterschiedlichen politischen Vorschläge, die natürlich auch momentan im BSKB vorhanden sind.

Perspektiven des BSKB – eine großartige Chance für Jugendliche und die Berliner Linke!

Zusammen Kämpfen, Gemeinsam Streiken! Dieses Motto gilt auch für das BSKB als Bündnis. Deshalb sollten sich verschieden Organisationen daran beteiligen und bei offener Diskussion gemeinsame Aktionen planen. Ein wichtiger Termin hierfür wird vor allem die Vollversammlung am 21. April!

Die oben genannten Punkte sind ganz offensichtlich keine unlösbaren – ganz im Gegenteil! So will das BSKB seine Basis durch den gezielten Aufbau von Streikkomitees an Schulen, wo es bereits Aktivisten gibt, stärker zu unterstützen. Besonders wichtig erscheint uns der Beschluss am 21. April zu einer „Vollversammlung“ des BSKB aufzurufen. Wir von REVOLUTION schließen uns diesem Aufruf an. Im Sinne des Bündnisses fordern wir alle linken und proletarischen Jugendorganisationen, sowie die Jugendgewerkschaften in Berlin dazu auf, sich an dieser Vollversammlung zu beteiligen.

Insbesondere Organisationen, die in der Vergangenheit im Berliner Bildungsstreik aktiv waren, wie die SDAJ, [´solid], KIDZ, die DIDF-Jugend, ARAB oder auch die LSV sollten sich an diesem Bündnis beteiligen. Ebenso ermutigen wir die individuellen Aktivist_innen von RIO, RSO, Zusammen Kämpfen oder der ALJ, ihre Gruppen für eine aktive Teilnahme am BSKB zu gewinnen!

Zwar gibt es in vielen politischen Fragen unterschiedliche Ansichten oder es gab in der Vergangenheit Zerwürfnisse zwischen manchen Organisationen, doch das sollte kein Hindernis sein, um in der Praxis gemeinsame Arbeit gegen die zunehmende Entmündigung und die sich verschärfende soziale Lage von Jugendlichen zu machen. Das BSKB – in dessen Umfeld sich dutzende Aktivisten befinden, mit seiner Konzeption der offenen politischen Diskussion und gemeinsamen Aktion – erscheint uns als hervorragender Ort für eine solche Zusammenarbeit!

Organisiert euch im BSKB - Transparent auf dem letzten Bildungsstreik 2011.

Es vereint einerseits die Perspektive Basisarbeit an Schulen zu machen, während gleichzeitig auch berlin- und bundesweite politische Betätigung, beispielsweise gegen steigende Mieten, den Kahlschlag an Freizeitbeschäftigungen, faschistische Mobilisierungen, die Krise des Kapitalismus oder für mehr politische Wahrnehmung von Jugendinteressen, als Bündnis möglich erscheinen.

Wir von REVOLUTION werden mit aller Kraft dafür eintreten das Bündnis zu vergrößern, die Aktion zu stärken und auch weiterhin unsere politischen Vorschläge einbringen!

Zusammenfassend schlagen wir Folgendes vor:

  • Lasst uns die Ideen eines offenen Streikkomitee – und Jugendbündnis an unseren Schulen und in linken Kreisen verbreiten! Mobilisiert für und nehmt Teil an der Vollversammlung am 21. April!
  • Das BSKB sollte zu einer Plattform erweitert werden, in der Basisaktivisten, Streikkomitees, linke Jugendorganisationen und Jugendgewerkschaften vertreten sind!
  • Das BSKB braucht Kampagnen, die alle mittragen, momentan bieten sich Mobilisierungen für den ersten Mai, gegen ACTA, für einen Mietstopp in Berlin und für die Krisenaktionen im Mai an!
  • Die Krise des Kapitalismus steht hinter vielen Problemen, die wir Jugendliche heute haben – in Diskussionen, Publikationen und Aktionen des BSKB, muss dieses Thema Erwähnung finden!
  • Das BSKB ist eine Initiative, die nicht nur für Berlin denkbar ist. Auch in anderen Städten sind ähnliche Modelle möglich!

Geschrieben von Georg Ismael, veröffentlicht von REVOLUTION-Berlin

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