Parteien zur Wahl – Nachruf zur Berliner Abgeordnetenhauswahl

Geht man heut zu tage zur Wahl, so wählt man nicht, was man gerne hätte, man wählt das was man am wenigsten nicht gerne hätte. Man wählt nicht, weil man sich große Hoffnungen macht, sondern weil man weiterhin hoffen können möchte.

Wen soll man wählen, wenn man reich ist, und noch reicher werden will? Wohl kaum eine Gruppe von Versagern, die sich bundesweit mit den falschen einlässt, nämlich denjenigen, die zwar ihre 18 Prozent bekommen, das entscheidende Komma aber um eine Stelle verrutscht ist.

Wen wählt man, wenn man arm ist und nur ein bisschen mehr Geld haben möchte? Eine andere Gruppe von Versagern, die nach 10 Jahren Regierungsverantwortung rein garnichts auf die Reihe bekommen hat und sich in dieser Zeit so weit von ihrer Wählerschaft entfernt hat, dass ihr die nächste Zeit in der Opposition vielleicht auch als eine Art „Selbstfindungsprozess“ dienen kann?

Die Freiheitsliebenden, die Protestwähler oder auch die, die sich mal schlauer fühlen wollen, als die Person, die sie wählen machen ihr Kreuz bei denen, die sie schon lange kennen, die sie schon in ihrer Kindheit begleitet haben und die für die spannendsten Abenteuer gesorgt haben. Heute tragen sie keine Augenklappen und Säbel mehr, aber welches Schiff sie überfallen entscheiden sie immer noch spontan. Da macht es keinen Unterschied, ob man das der großen Handelsmarine kapert oder das des kleinen Fischers, obwohl die Handelsmarine gut bewaffnet ist und sich wahrscheinlich besser verteidigen kann als Fischers Fritz der frische Fische fischt. Aber das eigene Schiff gewinnt vielleicht umso mehr Gewicht, je mehr Ratten vom sinkenden fliehen und überlaufen auf den scheinbar sicheren Kahn. Da ist man auch offener, toleranter und noch nicht so festgefahren, da ist Platz für neue Ideen. Ein Wirtschaftsprogramm ist noch garnicht ausgearbeitet, da kann man vielleicht helfen.

Aber Herr Jeminee hat sich schon entschieden. Er vertraut keinem Säbel und auch nicht den Blumenkindern, die sowieso früher oder später den Weg der Bananen gehen. Sein Kandidat nimmt es mir größeren Monstern auf, mit Dinosauriern, auch wenn sie zu physischen Angriffen

übergehen. Denn der Herr Melin, ist DER Spitzenkandidat der sein Vertrauen gewonnen. Er bleibt ihm treu, dem Herr Jeminee, er geht nicht einfach nach 10 Jahren, sondern er zeigt ihm, was Verantwortung heißt. Aus Fehlern lernt man, heißt es, und dass hat der Herr Melin getan. Wer sich mit den falschen einlässt, der bleibt erfolglos.

Also wartet der Herr Melin auf den Winter, wechselt sein Fell um nicht Gefahr zu laufen, aufzufallen, und verharrt so, gut getarnt an Ort und Stelle. Herr Jeminee ist zufrieden, kleiner Aufwand, großer Nutzen. Ein Kreuz, Ruhe.


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