Studiengebühren, PISA, Bildung nur für Reiche

Studiengebühren, PISA –Studie, Bildung nur für Reiche …

Wehren wir uns gemeinsam!!!

Im Jahr 2007 haben fast alle StudentInnen Deutschlands schon Studiengebühren gezahlt – ab diesem Wintersemester auch in Kassel.

Insgesamt werden mehr als 700€ vom „normalen“ Student gezahlt, KomilitonInnen aus anderen Staaten müssen 1500€ zahlen, nur die besten AbiturientInnen sind für drei Semester befreit.

Seit 2003 hatten sich die StudentInnen in vielen Bundesländern gegen die Einführung von Studiengebühren gewehrt, doch heute ist es in fast allen „alten“ Bundesländern Realität geworden.

Gleichzeitig bleiben die Bafög Sätze seit 2003 konstant, konstant niedrig – teilweise unter dem Niveau von Hartz4.

Zuletzt versuchten verschiedene „Boykott“ Aktionen den Widerstand der StudentInnen wieder zu entfachen, hier war klar das sobald ein „Quorum“ unterschritten wird, die Gebühren trotzdem bezahlt werden – jede Uni versuchte für sich eine Kampagne zu organisieren, damit wurde nichts erreicht!

Die StudentInnen die sich in den letzten Jahren mit viel Kraft und Engagement gegen diese neoliberale Politik gewehrt haben, dürfen nicht länger isoliert, „nur“ als Studenten ihren Widerstand organisieren – sie müssen gemeinsam mit allen Gruppen der Jugend, für die Rechte der Jugend kämpfen!

Dazu gehören die Azubis, die Schüler und die arbeitslosen Jugendlichen, sie kämpfen für die gleichen Rechte und vor allem gegen die gleichen Akteure wie die StudentInnen – gegen Staat und Wirtschaft.

Die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland liegt bei 15,9 Prozent, ca. 300.000 Jugendliche sind ohne Arbeit und Ausbildung. Auch dieses Jahr fehlen wieder 30.000 Ausbildungsplätze. Seit Jahren hören wir die hohle Phrase von der „Ausbildungsplatzabgabe“, durch welche Betriebe gezwungen werden sollen, genug Ausbildungsplätze zu garantieren.

Doch diese an sich richtige Forderung wird nicht umgesetzt. Die Politik weigert sich, die Unternehmen zu etwas zu zwingen. Statt Ausbildungsplätzen gibt es immer mehr Hetze gegen Schulabgänger: ihr Bildungsniveau sei ungenügend, sie hätten null Bock und wären am liebsten arbeitslos.

Gleichzeitig werden die Vergütungen für Lehrlinge gekürzt. Nur, nur wenn sie weniger verdienen würden und weiter bei ihren Eltern wohnen blieben, könnten die Unternehmen neue Ausbildungsplätze schaffen.

All das ist neoliberale Propaganda, die nur davon ablenken soll, dass der Kapitalismus immer weniger in der Lage ist, Jugendlichen eine Perspektive zu bieten. Überall in der Wirtschaft werden Arbeitsplätze abgebaut, werden Löhne gekürzt und die Rechte der Beschäftigten beschnitten.

Der Angriff auf die Jugend dient der Wirtschaft dazu, ihre Lohnkosten zu senken und die Profite zu erhöhen. Deshalb müssen und können sich Jugendliche gemeinsam mit ArbeiterInnen, Arbeitslosen und allen anderen von den Angriffen Betroffenen wehren!

Lieber arbeitslos als Ausbildung?

Kein Mensch kann ohne Probleme, geschweige denn gut von Hartz IV leben, das gilt besonders für jugendliche Arbeitslose. Seit vergangenem Herbst müssen Menschen unter 25 nachweisen, dass ihnen eine eigene Wohnung „zusteht“ – ansonsten werden die Wohn-Beihilfen gestrichen. Für die weiter zu Hause Lebenden wurden die Bezüge erneut gekürzt. Ein selbst bestimmtes Leben für Jugendliche – nur wenn das Amt es Dir erlaubt!

Gleichzeitig werden der Druck und die Repression gegen junge Menschen ausgeweitet. Für Ein-Euro-Jobs und unbezahlte Praktika werden bevorzugt Jugendliche heran gezogen. Einen solchen Hungerjob abzulehnen oder einen Termin zu verpassen, bedeutet Strafen vom Arbeitsamt. Von realer Weiterbildung für Jugendliche, wie in den Anfangstagen der Reform noch lauthals versprochen, ist wenig übrig geblieben.

Gute Bildung – aber nur, wenn du reiche Eltern hast!

Laut letzter Pisa-Studie ist in Deutschland die soziale und ethnische Herkunft entscheidend für die Bildungsmöglichkeiten; wer keine reichen Eltern hat, darf sich weniger Hoffnungen auf Ausbildung und Beruf machen. In keinem anderen europäischen Land ist diese Verknüpfung so eng wie hier.

Als Antwort auf die soziale Spaltung und miserable Lernverhältnisse forciert der Staat die Elitebildung: Privat-Unis und Privatschulen für die Kinder der Reichen. Gleichzeitig werden rationalisierte Studiengänge wie Bachelor und Master eingeführt, die Bildung wird auf das für Staat und Wirtschaft Notwendige reduziert, Bildungsziel ist der im System funktionierende Fachidiot.

In profitable Studiengänge investiert die freie Wirtschaft und übernimmt ganze Einrichtungen, auch „Drittmittel“ genannt – während „unprofitable“ Bereiche abgebaut werden.

Mit „freier“ universitärer Bildung hat das nichts mehr zu tun – die Illusionen der Sozialdemokraten und Grünen von „freier“ Bildung und Volksbegehren zerplatzen in der Realität.

Wir brauchen eine Organisierung der StudentInnen, wir brauchen bundesweite Aktionen – gemeinsam mit SchülerInnen und Auszubildenden. Wir können die Studiengebühren nicht in jedem Bundesland einzeln bekämpfen, denn ihre Einführung & Durchsetzung ist ein zentrales Vorhaben von Staat und Wirtschaft, daher brauchen wir auch einen zentralisierten Protest.

Join REVOLUTION!

Als Antwort auf die neoliberalen Angriffe wollen wir von REVOLUTION eine selbstständige antikapitalistische Jugendbewegung aufbauen. Wir verstehen uns als internationale sozialistische Organisation, welche die Kämpfe der Jugend auf der Welt zusammen führen will.

REVOLUTION will mit Euch Aktionskomitees aufbauen: an der Schule, im Betrieb, an der Uni. Wir wollen mit Euch für den Aufbau einer Jugendinternationale eintreten: denn nur so kann unser Protest gegen die globalen Angriffe von Kapital und Staat erfolgreich sein. Mit Treffen und Veranstaltungen wollen wir die nächsten Monate die Hochschulpolitik und den hessischen Landtagswahlkampf begleiten – schaut einfach mal vorbei!

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