Schülerstreik am 12.06.

Schülerstreik am 12.06.08

Bericht

Am 12. Juni streikten in Kassel 4000 SchülerInnen gegen Sozialabbau, Abiturzeitverkürzung auf 12 Jahre, Studiengebühren, den Mangel an Lehrkräften und Räumlichkeiten an Schulen und das dreigliedrige Schulsystem. Auch Studierende beteiligten sich an der Demonstration.
Angesichts der kurzen Mobilisierungszeit von nur drei Wochen und der heftigen Repressionen vonseiten der Schulleiter stellte der Streik einen großen Erfolg dar – erwartet wurden 2000-3000 Demonstranten.

Organisiert wurde der Protest, wie auch in anderen Städten, vom „Bündnis Bildungsblockaden einreißen“, das sich aus verschiedenen Organisationen zusammensetzt, darunter auch die sozialistische Jugendorganisation REVOLUTION. Politisch dominiert wird das Bündnis vom kasseler Stadtschülerrat und der jungen GEW.

Von verschiedenen Schulen aus holten sich die SchülerInnen gegenseitig ab, um rechtzeitig gemeinsam am kasseler Rathaus einzutreffen, wo um 10 Uhr die erste Kundgebung stattfand.

Auf dem Weg zur ebenfalls am Rathaus stattfindenden Abschlusskundgebung blockierte der Demonstrationszug den Verkehr in der Innenstadt und erreichte so eine enorme Massenwirksamkeit.

Die Kundgebungen waren eher mäßig. Die Redebeiträge vom Stadtschülerrat und der GEW zeigten die Position der vermeintlichen Streikleitung: personalisierte Kritik an Ministerpräsident Koch und Kultusminister Banzer. Die Ursache der Kürzungen im Bildungssystem – die beginnende Rezession – wurde nicht erwähnt, weitsichtigere und somit kritische Redebeiträge nicht zugelassen.

Allgemein stellte die Dominanz des karrieristischen Stadtschülerrats und der Gewerkschaften ein Hindernis für die Mobilisierung des Streiks dar. Der Versuch der aktiven SchülerInnen, basisdemokratische Strukturen aufzubauen, wurde ignoriert und auf diese Weise Potential verschenkt.

Doch angesichts seiner trotz allem beeindruckenden Größe stellt der Streik einen wichtigen Ansatzpunkt für den Aufbau einer starken Jugendbewegung dar.
Nun gilt es, die vorhandenen Strukturen zu demokratisieren und für den großen bundesweiten Bildungsstreik im Herbst zu nutzen – für eine revolutionäre Jugendbewegung.

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